
CD der Woche
Sheryl Crow - "100 Miles From Memphis"
Ein Album, das der Superstar schon lange aufnehmen wollte: Zurück zu den musikalischen (Soul-)Wurzeln
Dieses Album wollte Sheryl Crow schon seit vielen Jahren aufnehmen. 100 Meilen von Memphis entfernt wuchs sie auf dem Land auf und diese Zeit und die Einflüsse inspirieren die neunfache Grammy-Gewinnerin noch heute. Nachdem ihr letztes Album "Detours" sehr politisch und auf die Texte ausgerichtet war, lässt sie auf "100 Miles From Memphis" die Musik sprechen. Deutliche Soul- und auch Motown-Einflüsse ziehen sich durch das ganze Album und lassen Sheryls Musik deutlich anders klingen als zuletzt. Auffällig ist, dass sich diesmal unter den Nummern keine wirkliche Radionummer befindet. Mit "Summer Day" wurde bereits zielsicher der am ehesten noch mainstreamige Track als Vorabsingle ausgekoppelt. Einen Hit, der á la "All I Wanna Do", "My Favorite Mistake" oder "Soak Up The Sun" auch die Single-Charts aufmischt, dürfte das Album nicht in petto haben. Aufsehen dürften aber die Coverversionen von Terence Trent D'Arbys "Sign Your Name" und "I Want You Back" der Jackson 5 erregen. Bei letzterem ist es erstaunlich, wie sehr Sheryls Stimme der des kleinen Michael Jackson ähnelt.Produziert wurde "100 Miles From Memphis" von Doyle Bramhall II und Justin Stanley - zwei Produzenten, bei denen Sheryl wusste, dass sie dieses klassische Soul-Feeling und die geschmeidigen Rhythmen wirklich einfangen konnten, sagt sie. Ungewöhnlich das Vorgehen bei den Studioaufnahmen: Sheryl nahm die Musik von drei bis vier Songs täglich mit ihren Gastmusikern auf und schrieb erst hinterher die Texte dazu. "Ich musste quasi aufholen. Insgesamt war das eine vollkommen neue Erfahrung für mich, dieses Gefühl, permanent seine Hausaufgaben erledigen zu müssen. Ich hatte echt zu kämpfen." Und wenn Sheryl Crow ruft, lassen sich auch die Großen im Musikbiz nicht lange bitten. Die Gitarrenriffs bei "Eye To Eye" stammen von Keith Richards, den Hintergrundgesang bei "Sign Your Name" übernahm Justin Timberlake.
Sheryl Crow zeigt 16 Jahre nach ihrem Durchbruch mit dem Album "Tuesday Night Music Club" eine weitere Facette ihres Talents und belegt, warum sie seit damals ein Superstar ist und es auch noch sicherlich weitere 16 Jahre bleiben dürfte. Bleibt ihr zu wünschen, dass ihre Fans das Experiment mit Erfolg belohnen.
Sven Steiner
Summer Day
100 Miles From Memphis
I Want You Back
Say What You Want
Sign Your Name









